Trachycarpus wagnerianus in der brasilianischen Baumschule auf 800 Meter Höhe.

Winterharte Garten-Palmen vom Spezialisten - Zusammenarbeit mit Baumschulen in Brasilien und Asien

Trachycarpus ist in Europa die Palme Nummer 1


Trachycarpus princeps ist eine Rarität aus China.

Exotische Pflanzen, insbesondere winterharte Palmen, erfreuen sich zunehmender Nachfrage am Markt. Eher zufällig entwickelte sich das Palmengeschäft von Herbert Riphagen, zunächst über Palmensamen, die er nach der Keimung nach Spanien und Italien exportierte. Dabei war er einer der ersten beim Handel mit winterharten Palmen und empfindlicheren weiteren Exoten, wie Dicksonia antarctica oder Musa sikkimensis, der Darjeeling-Banane.



Geboren wurde der Niederländer HerbertRiphagen in Indonesien, wo er seine erstenLebensjahre verbrachte, kehrte dann abermit der Familie zurück nach den Niederlanden.Da er sich um den heimischen Gartenkümmern wollte, versuchte er es mit der beiuns als Zimmeraralie bekannten Fatsia japonica,bei der sich zeigte, dass sie durchausminus 20°C überlebt. Aus dieser Erfahrungheraus bestellte er Trachycarpus-Samen imInternet und verkaufte die überzähligenKeimlinge.So entwickelte sich ein Kontakt zu italienischenund spanischen Betrieben, die 15.000oder 20.000 Keimlinge bestellten. Riphagenwar dabei einer der ersten, die mit dem Handelvon Trachycarpus wagnerianus begannen.Sie ist benannt nach Albert Wagner, einemGartenbauer aus Leipzig, der dieseHanf-Palme aus Japan nach Europa brachte.Riphagen schickte gekeimte Sämlinge nachSpanien und Italien, wo diese weiterkultiviertwurden, und dann später wieder zurücknach Mitteleuropa kamen. Durch denHandel mit Palmen kam er in Kontakt zu einerder größten Baumschulen in Brasilien,die im Süden auf über 800 Meter über NormalNull kultiviert und wo die Temperatur,wie Riphagen beschreibt, jeden Tag auf minus2°C bis minus 4 °C sinkt. Dies brachteihn auf die Idee, die Sämlinge nach Brasilienzu schicken, wo sie preisgünstiger kultiviertwerden können. Sie wachsen dort schnellerund zu starken, abgehärteten Pflanzen, diezudem dickere Stämme als Pflanzen ausChina haben, heran. So kam es zu einer exklusiven Zusammenarbeit mit der Baumschule.


Als neues Product bietet GardenPalms Trachycarpus wagnerianus mit kahlen Stämmen an, bei denen die netzartigen Gewebsreste vom Stamm heruntergezogen und dann von Hand abgeschnitten werden.

Von dort importiert der Niederländer zudemTrachycarpus fortunei mit dicken Stämmenaber auch andere Arten wie die dort heimischenButia odorata, Butia eriospatha undweitere Butia-Arten. Daneben sind weitereGattungen und Arten im Sortiment, darunterverschiedene Palmen aus Südamerika,beispielsweise Chamaedorea, Lytocarium,Syagrus, Sabal und Trithrinax. Der Transportüber Seecontainer von dort ist zwar teurerals der Landtransport von Spanien oder Italien,doch sind die Pflanzen aus BrasilienlautRiphagen stärker und abgehärtet.

Seit über 20 Jahren hat sein Betrieb einen 600 Quadratmeter großen Schaugarten inHeerde in der Mitte der Niederlande undverzeichnet seit sechs Jahren eine steigendeNachfrage nach winterharten Palmen. Diesbewog Riphagen, in Erica, unweit der Grenzenach Deutschland, einen Gartenbaubetriebmit 20.000 Quadratmetern Hochglas zuübernehmen. Der ehemalige Rosenbetrieb istmit einer computergesteuerten, vollautomatischenKlimatisierung ausgestattet und kannvon dem Betriebsleiter auch über das Internetgesteuert werden.


Durch niedrige Temperaturen im Gebirge im Süden Brasiliens wachsen, wie Herbert Riphagen erklärt, die Palmen zu kräftigen Pflanzen mit dicken Stämmen heran

Erklärtes Ziel des Unternehmens ist es, Palmenzu kultivieren, zu importieren und anWiederverkäufer zu exportieren und denAbsatz winterharter Palmen zu fördern. Dabeiwill Riphagen ein vollständiges Sortimentwinterharter Palmen für den nordeuropäischenMarkt bieten. Aus diesem Grundkauft er Pflanzen in Asien, wie China, Korea,Japan oder auch Mexiko zu und zieht selbstdie verschiedensten Palmenarten an. DarunterRaritäten wie Trachycarpus princeps,deren natürliches Vorkommen auf eine Regionin China begrenzt ist. Wie Herbert Riphagenberichtet, sind zudem Palmen in der Anzucht,die noch nicht bestimmt und noch keinerGattung oder Art zugeordnet sind.


Zur Verkaufsförderung hat der Betrieb Etiketten aufgelegt, die bei Trachycarpus wagnerianus die typische weiße Blattrandfärbung im Winter zeigen.

Sein Sortiment hat er mittlerweile umBaumfarn Dicksonia aus Neuseeland undDarjeeling-Banane Musa sikkimensis ausBhutan erweitert. Bei Dicksonia liegt dieWinterhärten bei minus 8 bis 9°C. Noch tiefereTemperaturen verträgt Yucca rostrata,nach Riphagens Angaben bis minus18/20°C. Bei der Musa sikkimensis handeltes sich um eine Art, die genauso winterhartsein soll wie Musa basjoo, die JapanischeBanane, und bis minus 20°C überlebe. Zudemhat die aus Samen vermehrte Musa sikkimensisattraktives Laub, das an der Blattoberseitezebraartige, dunkellila Streifen,blattunterseits eine rotlila Färbung undgelb-grüne Scheinstämme hat. Dadurch bildetsie einen interessanten Kontrast zu grünenBlattfärbungen im Garten.


Im Jahr kultiviert GardenPalms rund 250.000 Sämlinge und 250.000 Jungpflanzen, darunter Raritäten und botanisch noch nicht bestimmte Arten.

Daten über die Winterhärte von Palmenstammen meist aus amerikanischer Literatur,in den USA ist es jedoch trockener. DieWinterhärte bei Trachycarpus gibt Riphagenmit minus 20°C an. Seinen Angabe zufolgeist Trachycarpus die 'Nummer Eins' bei Palmenfür Europa. Minus 16°C sind laut Riphagenfür Trachycarpus wagnerianus keinProblem, doch er empfiehlt, sie ab minus12°C durch Zusammenbinden der Blattwedelzu schützen. Keinesfalls sollte Plastikverwendet werden, da der Palmen-Kopf Luftbraucht. Das Absterben von Pflanzen istmeist auf vertrocknen oder zu lang anhal diesen Palmen wurde das netzartige Gewebeam Stamm von Hand entfernt, was beihöheren Stämmen durchaus einen Tag Arbeitbedeutet und aufgrund der Arbeitskostenin Brasilien erfolgt. Diese Pflanzen habeneine ganz eigene Ausstrahlung und erinnernan Kokospalmen. Da das netzartigeGewebe aber im Winter auch einen gewissenSchutz bietet und es bislang noch an Erfahrungenfehlt, empfiehlt Riphagen, denStamm im Winter ab minus 9°C durch RiedoderSchilfmatten zu schützen. Angaben,dass Trachycarpus wagnerianus winterhärtersei als T. fortunei kann er nicht bestätigen.Beide Arten seien gleich winterhart,nur hat T. wagnerianus kleineres stärkeresLaub und erweise sich dadurch härter gegenüberWind.Im Sortiment ist ebenfalls Jubaea chilensis,die Honigpalme, die bis minus 12 bis 15°Cwinterhart sei. Sie benötigt jedoch mindestens12°C um zu wachsen. Günstiger ist daher,die Geleepalme Butia eriospatha, diebereits bei 4 bis 5 °C wächst und daher Deutschland und den Niederlanden pro Jahrmehr Zuwachs hat.

Riphagen: "GardenPalms ist bestrebt, nichtnur ein breites Sortiment, sondern auch eintiefes von Sämlingen, Jungpflanzen bis hinzu großen Exemplaren zu bieten. Daher säter 400.000 Palmen im Jahr aus, aus denenrund 250.000 Sämlinge keimen und produziertzudem rund 250.000 Jungpflanzen proJahr. 50 Prozent davon werden verkauft, derRest weiterkultiviert. Für die Jungpflanzenkulturverwendet er hohe Töpfe mit Längstrillen,die einem Korkenzieherwuchs derWurzeln vorbeugen."

In 40-Fuß-Containern werden Pflanzen ausden verschieden Ländern importiert. Jährlichsind es rund 20 solcher Container ausBrasilien, zehn bis 20 aus Asien, zehn ausTasmanien und ein bis zwei Container ausMexiko.

Für die Kultur kauft der Betrieb eigenenDünger. Da Palmen einen geringen Phosphorbedarfhaben, verwendet er Mischungenmit einem Nährstoffverhältnis von3:1:3 (N:P:K) und etwas Eisen und Magnesium.Da die importierten Palmen am Stammneue Wurzeln bilden müssen, hat er ein Mittelentwickelt, den Palmbooster, der dieWurzelbildung fördert.

Für die Vermarktung hat er zudem ein Etikettgestaltet. Um winterharte Palmen demKonsumenten näherzubringen, wurde einKonzept für den Verkauf von Kleinpflanzenin Trays in Aktionen bei Discountern imkommenden Jahr entwickelt. Neben Palmensind bei den Aktionen auch Musa enthalten.

Die Preise für Palmen berechnen sich ausder Stammlänge. Ab einem Bestellwert von500 Euro liefert GardenPalms innerhalbDeutschlands transportkostenfrei.

Werner Oschek,
Übach-Palenberg
Deutsche Baumschule, Ausgabe 10


Auch aus Asien importiert Herbert Riphagen winterharte Trachycarpus wagnerianus aus Baumschulen, in denen es im Winter minus 18°C wird.

Chamaerops humilis 'Cerifera' sind gut winterhart und werden zur Sortimentsergänzung aus Spanien importiert.
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